Milchhof Marienloh

frische Milch direkt ab Hof

Wissenswertes

Auf dieser Seite entsteht ein Sammelsurium von Interessantem um Kühe, Milch und Landwirtschaft allgemein.

  

Vom Kalb zur Kuh zum Kalb zur Milch

Vom Kalb zum Rind

Nach neun Monaten Tragezeit wird ein Kälbchen geboren. Bei der Geburt wiegt ein schwarzbuntes Kalb etwa zwischen 45 und 60 kg.

Schon bald nach der Geburt versucht das Kalb aufzustehen und die ersten Schritte zu machen. Die ersten Stunden sieht das oft halsbrecherisch aus, aber schon nach dem ersten Tag ist das Kälbchen sicher auf den Beinen.

Überlebenswichtig ist es für ein neugeborenes Kalb, dass es die Kolostralmilch (Biestmilch) der Mutter bekommt. Das ist die erste Milch nach der Geburt, sie ist reich an Immunglobulinen, die das Kalb sozusagen als Impfung gegen Krankheiten bekommt. Bei Menschen werden diese Abwehrstoffe über die Placenta an das Baby gegeben, bei Kuh und Kalb ist das jedoch nicht so. Ohne die Biestmilch kann kein Kalb überleben.

Die Kälber kommen für die erste Zeit in draußen stehende Einzelhütten mit einem Auslauf. Sie sind vom ersten Tag an der frischen Luft und haben stets die Wahl zwischen der Geborgenheit in der mit Stroh eingestreuten Hütte und dem freien Himmel, wobei Kälte ihnen nichts ausmacht. Die Haltung in Einzelhütten in der ersten Zeit ist notwendig, da Kälber recht anfällig für Krankheiten sind.

Nach etwa einer Woche kommen die Kälber in eine Gruppenhütte, man kann auch sagen sie kommen in den Kindergarten. Hier bleiben sie bis sie etwa drei Monate alt sind und bekommen ihre vier Liter Vollmilch am Morgen und ihre vier Liter am Abend. In dieser Zeit fangen sie langsam an, am Heu ein bisschen zu knuspern und vorsichtig das Getreideschrot zu probieren. Am Ende der Zeit wird jedoch schon rein gehauen und die Milch kann abgesetzt werden.

Das Kalb wird zum Jungrind und ist schließlich mit 24 Monaten fast ausgewachsen.

Verwirrend ist, dass „Rind“ einerseits der Oberbegriff für Bullen, Ochsen, Kühe, Kälber und Färsen ist und andererseits im Sprachgebrauch die noch nicht abgekalbten weiblichen Jungtiere meint, die noch keine Milch geben. Färsen sind übrigens tragende Rinder, die noch kein Kalb zur Welt gebracht haben und entsprechend noch keine Milch geben.

 

Die Kuh

Erst wenn ein Rind mit etwa zwei Jahren ein Kalb zur Welt gebracht hat, wird es zur Kuh und gibt Milch.

Nach der Kalbung wird in den ersten fünf bis sieben Tagen die Milch getrennt gemolken und an die Kälber gefüttert. Es handelt sich wie oben beschrieben um die Biestmilch, die nach etwa einer Woche in normale Milch übergegangen ist.

Eine Kuh gibt etwa ein bis eineinhalb Jahre täglich zwischen 25 und 60 Liter Milch, bis am Ende der Laktation die Milch schließlich versiegt. Die Kuh wird die letzten sechs bis acht Wochen vor dem nächsten Kalben nicht gemolken, sie „steht trocken“.

Die Kühe leben hier bei uns in einem Offenstall mit viel Platz, Licht und frischer Luft. Sogar eine elektrische Bürste für die sehr beliebte Massage steht zur Verfügung. Im Sommer haben die Kühe Weidegang auf einer großzügigen Wiese mit Schatten spendenden Bäumen.

Die Fütterung der Kühe unterscheidet sich sehr von unseren Bedürfnissen, am Besten ist eine ausgewogene und gleichförmige Fütterung. Sie ist sehr wichtig für das Wohlbefinden und damit auch für die Leistung der Kühe. Die Fütterung hat entscheidenden Einfluss auf viele Faktoren:

  • z.B. die Klauengesundheit. Bei artgerechter Fütterung hat die Kuh gesunde harte Klauen und hat keine Probleme mit dem Laufen.
  • Auf die Fruchtbarkeit. Ohne Kalb gibt es bald keine Milch.
  • Auf die Gesundheit allgemein und die Eutergesundheit im Besonderen. Euterentzündungen sind schmerzhaft für die Kuh und müssen meist mit Antibiotika behandelt werden und das wollen wir vermeiden.
  • Auf die Langlebigkeit. Wir wünschen uns zufriedene alte Kühe, denen es gut geht.

Zentral bei der Verdauung von für uns unverdaulichem Gras ist bei der Kuh der Pansen. Im Pansen wimmelt es von Mikroorganismen (vergleichbar mit einer Biogasanlage), die das Futter, vereinfacht gesagt, klein bekommen. Bakterien reagieren sehr stark auf Änderungen in ihrem Lebensraum. Sie stellen sich auf ein Milieu ein. Wenn sich z. B. der pH-Wert ändert weil anderes Futter kommt, müssen sich andere Bakterien ans Werk machen. Es dauert, bis sie sich etabliert haben. In dieser Zeit geht es der Kuh nicht so gut, weil die Verdauung nicht klappt. Kühen geht es also am besten, wenn sie tagein tagaus immer dieselbe ausgewogene Ration bekommen. Sie sind ausgeglichen, haben glänzende Augen, humpeln nicht und geben gerne ihre Milch.

Und geht es den Kühen gut, geht es uns auch gut und die Arbeit mit ihnen macht Spaß.